physiotherapiezentrum g. lieb & m. walter
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Wärmetherapie

 Was versteht man unter Thermotherapie?

Wärmetherapie ist die Behandlung mit gestrahlter (z. B. Infrarot) oder geleiteter (z.B. Fango) Wärme durch

  • Heißluft
  • Heiße Rolle (mit heißem Wasser getränkte aufgerollte Frotteetücher, die Wärmeintensität bleibt durch Abrollen erhalten)
  • Ultraschall-Wärmetherapie zur gezielten Erwärmung, Stoffwechselsteigerung und Lösung von Gewebsverklebungen in tiefergelegenen Geweben (z.B. Muskulatur, Knochen und anderen Gelenksstrukturen)
  • Warmpackungen mit Peloiden (z. B. Fango, Schlick oder Moor) oder Paraffin
    Kältetherapie ist die Behandlung mit intensiver Kälte in Form von
  • Eiskompressen (in Eiswürfel getauchte bzw. mit Eiswürfeln gefüllte oder mit Salzwasser gefrorene Frottiertücher)
  • tiefgekühlten Eis-/Gelbeuteln
  • direkter Abreibung (Eismassage)
  • Kaltgas und Kaltluft
  • Eisteilbädern in Fuß- oder Armbadewannen

Wärme- und Kältetherapie wird vielfach als vorbereitende und ergänzende Maßnahme für die weitere physiotherapeutische Behandlung eingesetzt.



2. Wie wirkt die Thermotherapie?


Wärme


entfaltet ihre Wirkungen im Sinne einer Schmerzdämpfung und Durchblutungs- bzw. Stoffwechselsteigerung. Eine Muskelentspannung (Muskeldetonisierung) und Verbesserung der Elastizität von bindegewebigen Strukturen kann erreicht werden. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt ist die erholende Wirkung (vegetativ/psychische Entspannung).



Ultraschall:


Durch mechanische Wellen wird ein Vibrationseffekt im Behandlungsgebiet erzeugt. Es kommt zu schmerzlindernden, durchblutungs- und stoffwechselsteigernden sowie muskelentspannenden Wirkungen. Gewebsverklebungen (Adhäsionen) können gelöst werden.

Kälte

beeinflusst die Muskelspannung und führt bei kurzzeitigem Kältereiz zu einer Muskelspannungserhöhung. Kälte kann Schmerzen durch eine Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit und Dämpfung der Aktivität von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) hemmen. Ebenso ist bei längerer Eisanwendung ein positiver Einfluss auf eine krankhaft erhöhte Muskelspannung (Spastizität) möglich.



3. Was sind die Anwendungsgebiete der Thermotherapie?



In Kombination mit Bewegungstherapie/Krankengymnastik wird Wärme/Kälte zur Wirkungssteigerung in folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:

Wärme bei

  • Schmerzen im Bereich der Bewegungsorgane oder zur Entspannung, z.B. bei Muskelverspannungen

Ultraschall bei

  • örtlich begrenzten Schmerzen bei subakuten und chronischen Entzündungen im Bereich der Gelenke
  • Gewebsverklebungen und Narben
  • Sehnenansatzreizungen (Insertionstendopathien)

Kälte

  • zur Vermeidung von Schwellungen kurz nach Verletzungen und Operationen
  • bei Schmerzen, z.B. akuten Rheumaschüben
  • bei Lähmungen (z.B. Eistauchbädern bei spastischen und Eisabtupfungen bei schlaffen Paresen)


4. Birgt eine Thermotherapie auch Risiken?


Generell sollte keine Wärme in der Physiotherapie angewendet werden bei

  • akuten entzündlichen Prozessen (z.B. grippaler Infekt)
  • stark eingeschränkter Herzleistung
  • belastungsbedingten Herzrhythmusstörungen
  • schwerem unbehandeltem Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
  • schwerer unbehandelten Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  • sonstigen organischen Erkrankungen (z.B. Krebs im Endstadium)

Auf Kälte verzichten sollte man bei Durchblutungs- und Sensibilitätsstörungen oder bei Kälteempfindlichkeit.